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Der Deutsche Schäferhund ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 166).

 

 

 

Herkunft und Geschichtliches

Die Vorfahren des Deutschen Schäferhundes gehen auf kurz- und stockhaarige Schläge von Hütehunden aus Deutschland zurück, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts auch in vielen Gegenden Europas vorkamen und sich auch dort zu eigenen Rassen entwickelt haben. Sie alle waren keine reinen Hütehunde, hatten zwar die Aufgabe, die Herden zu treiben, sollten aber auch das Hab und Gut der Hirten bewachen und beschützen. Der Deutsche Schäferhund geht vor allem auf die süddeutschen Schläge aus Thüringen und Württemberg zurück.[1] Weitere Schläge aus dem deutschen Gebiet haben sich als Altdeutsche Hütehunde erhalten.

Als Begründer dieser Rasse gilt Max von Stephanitz, der von diesem Hundetyp schlichtweg begeistert war. So kaufte er am 15. Januar 1898 von einem Züchter aus Frankfurt den dreijährigen „Hektor von Linksrhein“, den er in „Horand von Grafrath“ umbenannte, der erste im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) eingetragene Schäferhund. Dieser und sein Bruder „Luchs von Sparwasser“ sind die Stammväter der Rasse, von denen die meisten Schäferhunde abstammen. Als Stammmutter gilt die Schäferhündin „Mari von Grafrath“.

Im Jahre 1891 entstand ein erster Rassestandard für den Deutschen Schäferhund. Stephanitz gliederte die Rasse in drei Klassen: in rauhaarige, glatthaarige und langhaarige Hunde, die Unterschiede zu den damaligen Belgischen- und Holländischen Schäferhunden waren unerheblich. Vorausgesetzt wurden spitze Stehohren, eine gestreckte Schnauze und eine abwärts getragene, buschige Rute. Als durchschnittliche Größe wurden 50–55 Zentimeter angegeben, das Fell durfte schwarz, weiß, grau oder rotgelb sein – sowohl einfarbig als auch mit zahlreichen Abzeichen. Die Farbe Weiß wurde allerdings 1933 aus dem Standard gestrichen. 1894 erregte die Rasse erstmals öffentliches Aufsehen, als fünf Exemplare auf einer Ausstellung in Dortmund auftraten.

Stephanitz verfasste außerdem das in seiner letzten Ausgabe über tausend Seiten lange kynologische Werk Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild.

Am 22. April 1899 wurde in Karlsruhe der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) gegründet, dessen erster Präsident Rittmeister Max von Stephanitz war. Von Stephanitz und sein Freund Artur Mayer suchten und schufen mit dem Deutschen Schäferhund einen Arbeitshund; der SV legte einen neuen Rassestandard fest, welcher bis heute fast unverändert gilt.

Die Angst vor einer Vermischung von Deutschen Schäferhunden und Australischen Dingos führte im Jahr 1929 dazu, dass die Regierung des Commonwealth den Import von Deutschen Schäferhunden nach Australien verbot. Dabei befürchtete man, dass die Schäferhunde (teilweise wegen des alten Namens „Elsässer Wolfshund“) eine Gefahr für Schafe wären, sich den Dingos zu sehr nähern würden und es so zur Vermischung kommen könnte. Dieses Gesetz (ursprünglich auf fünf Jahre angesetzt) wurde erst 1972 gelockert und 1974 aufgehoben.

Der Deutsche Schäferhund war seit jeher bei den Reichsführern sehr beliebt, schon Reichspräsident Hindenburg zeigte sich mit deutschen Schäferhunden.

Diese Beliebtheit brachte jedoch auch Nachteile für die Rasse mit sich: Im Ersten Weltkrieg waren 30.000 Deutsche Schäferhunde an der deutschen Front im Einsatz, von denen viele tausende Opfer des Krieges wurden.

Der Deutsche Schäferhund wurde im Dritten Reich zu einem nationalistischen Symbol vermeintlich typisch deutscher Tugenden, wie etwa Mut und Treue. Die NS-Propaganda setzte Adolf Hitler mit seiner Schäferhündin Blondi in zahlreichen Fotos in Szene. Die Instrumentalisierung der Rasse durch die Nazis reicht aber über Propaganda weit hinaus, wie beispielsweise der Einsatz von Schäferhunden in Konzentrationslagern zeigt.

Doch nicht nur bei den Deutschen war der Deutsche Schäferhund beliebt im Kriegseinsatz, bei den Gegnern gleichermaßen. Im Zweiten Weltkrieg waren weltweit bereits um die 200.000 Deutsche Schäferhunde im Kriegseinsatz, damit stellten sie 80 Prozent der gesamten Kriegshunde und nur rund 40.000 von ihnen waren an der deutschen Front.

Im Vereinigten Königreich ist er auch Alsatian genannt. Ursprünglich war dies aus politischen Gründen (antideutsche Strömungen aufgrund des Ersten Weltkrieges)

 

Beschreibung

 

Der Deutsche Schäferhund ist mittelgroß, kräftig und stark bemuskelt, sollte jedoch niemals schwerfällig dabei wirken. Er ist eher länger als hoch wobei der Widerrist den höchsten Punkt des Rückens bildet und üblicherweise auch dort Maß genommen wird. Ist der Schäferhund ausgewachsen sollte seine Schulterhöhe zwischen 60 und 65 Zentimeter betragen, Hündinnen sollten zwischen 55 und 60 Zentimeter hoch sein.

Der Körperbau sollte trocken sein, ohne Fett oder loses Bindegewebe, mit sich klar abzeichnenden Muskeln. Der Brustkorb ist tief und gut gewölbt. Die Winkelung der Gliedmaßen bietet den größtmöglichen Schritt. Die Hinterhand greift dabei bis über die Körpermitte vor und gibt so größtmöglichen Schub von hinten. Der deutsche Schäferhund ist ein ausdauernder Traber.

Die Kopfform ist keilförmig, die Kopfgröße steht in gutem Verhältnis zum restlichen Körper. Die Stirn ist nur wenig gewölbt, der Nasenrücken gerade. Zugelassen ist ausschließlich eine schwarze Nase. Die Lippen sind straff, trocken, dunkel gefärbt und schließen gut. Der Schäferhund verfügt über ein Scherengebiss, ein Ober- oder Unterbiss ist nicht zulässig, dabei hat der Welpe 28 und der erwachsene Schäferhund 42 Zähne.

Der Schäferhund hat Stehohren, deren Größe im guten Verhältnis zum Kopf stehen sollte. Sie werden aufrecht und nach vorne gerichtet getragen. Die Augen sind in jedem Falle dunkel und etwas schräg liegend. Es sollte beim Anblick des Schäferhundes stets der Eindruck von Aufmerksamkeit erweckt werden.

Die Rute wird sichelförmig und herabhängend getragen. Die Pfoten sind rundlich und kurz, auch die Krallen sind kurz und kräftig. Sowohl Krallen als auch Ballen sind von dunkler Farbe.

 

Fellvarianten

 

Das Fell des Schäferhundes ist in erster Linie zweckmäßig. Es ist leicht zu pflegen und wetterbeständig gegen Schnee, Regen, Kälte und Hitze. Unter dem anliegenden Deckhaar trägt er dichte Unterwolle. Er neigt zum Haaren.

Der Rassestandard schreibt den Stockhaartyp mit dichter Unterwolle und geradem, fest anliegendem Deckhaar vor. An Hals (Kragen), Rute und den Hinterläufen (Hosen) ist es etwas länger.

Bei den Fellfarben ist der gelbe oder braune Schäferhund mit schwarzem Sattel und weiteren schwarzen Abzeichen der bekannteste Vertreter. Vor allem schwarze Abzeichen am Kopf sind typisch. Doch auch fast ganz schwarze Hunde mit gelben, braunen oder sogar weißen Abzeichen sind zugelassen. Es gibt ihn auch einfarbig in schwarz. Vermehrter Beliebtheit erfreuen sich in letzter Zeit die "grauen" Schäferhunde, wobei diese keineswegs einfarbig grau sind. Es handelt sich eher um eine grau-schwarze Musterung (siehe Hund ganz links auf dem rechten Bild).

Auf der Bundesversammlung des Vereins Deutscher Schäferhunde, der innerhalb der FCI für den Rassestandard zuständig ist, wurde 2008 beschlossen, dass auch der Langstockhaar (wieder) in den Standard aufgenommen wird. Der neue Standard mit folgendem Wortlaut soll nach Genehmigung durch die FCI 2010 in Kraft treten:

Langstockhaar: Das Deckhaar soll lang, weich und nicht fest anliegend sein, mit Fahnen an Ohren und Läufen, buschige Hosen und buschige Rute mit Fahnenbildung nach unten. Am Kopf einschließlich des Ohrinnern, an der Vorderseite der Läufe, an Pfoten und Zehen kurz, am Hals länger und stärker behaart, nahezu eine Mähne bildend. An der Rückseite der Läufe verlängert sich das Haar bis zum Vorderfußwurzelgelenk bzw. bis zum Sprunggelenk und bildet an der Rückseite der Keulen deutliche Hosen.

Fehlfarben des Deutschen Schäferhundes sind weiß, braun-braun und blau. Die weißen Schäferhunde sind mittlerweile jedoch eine eigene, FCI zugelassene, Rasse mit dem neuen Namen Berger Blanc Suisse.

 

Wesen

 

Laut FCI-Rassestandard muss der Deutsche Schäferhund „(…) vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (außerhalb einer Reizlage) völlig gutartig sein, dazu aufmerksam und führig. Er muss Triebverhalten, Belastbarkeit und Selbstsicherheit besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.“ Nervöse oder ängstliche Tiere entsprechen nicht dem Wesen des Schäferhundes und lassen auf eine schlechte Zucht und mangelnde Sozialisierung schließen.

Der Schäferhund ist lernwillig aber auch selbstbewusst und braucht eine fortdauernde konsequente Erziehung mit viel Geduld, positiver Verstärkung und Verständnis. Er verfügt über einen ausgeprägten Schutztrieb. Viel Auslauf und Beschäftigung sind für diese Hunde wichtig, Hundesport ist angebracht; eine geistige Beschäftigung, die über reine körperliche Auslastung hinaus geht, ist unabdingbar.

Wächst ein Deutscher Schäferhund speziell mit anderen seiner Rasse auf (die entsprechend gut sozialisert sind), so gehört er zu den Rassen, welche untereinander schnell eine soziale Rangordnung aufbauen und nur relativ wenig Aggressionen (ernsthaft als auch ritualisiert) zeigen und gut miteinander auskommen“.

 

Zucht

Innerhalb des VDH wird der Deutsche Schäferhund im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) und, seit März 2009 im VDH, im RSV 2000 gezüchtet. Das Zuchtbuch umfasst zwei Millionen eingetragene Schäferhunde.

Der Leitsatz Stephanitz’ steht in der Schäferhundzucht noch heute im Vordergrund: „Schäferhundzucht ist Gebrauchshundezucht“. Genauer wird dieses Zuchtziel nicht ausformuliert. Laut Pressestelle des SV ist ein Zuchtziel des Vereins unter anderem „[...] einen Gebrauchshund zu züchten, der als Helfer und Freund des Menschen national und international hohe Anerkennung und Akzeptanz besitzt. Als eine Art "König der Zehnkämpfer" ist der Deutsche Schäferhund insbesondere als Diensthund bei Behörden, als Rettungshund, Hütehund, Wachhund, Behindertenführhund, Begleithund und Familienhund geeignet. Schäferhundsport als Freizeit- und Leistungssport gibt es in den Bereichen: Schutzhundausbildung, Zuchtschau, Leistungs-Hüten, Agility und Rettungshundwesen.

Zur Zuchtzulassung muss der Deutsche Schäferhund mindestens zwei Jahre alt sein, die VPG-1-Prüfung sowie eine Ausdauerprüfung bestanden haben und frei von Hüftdysplasie sein. Er wird einer Wesensprüfung unterzogen und anatomisch bewertet. Danach wird er einer Körklasse zugeordnet. Hunde der Körklasse eins werden besonders zur Zucht empfohlen. Die Körklasse zwei bilden Hunde von gutem Wesen mit leichten anatomischen Abweichungen vom Rassestandard.

Unterschieden wird im Allgemeinen zwischen der typischen Hochzucht- und der weniger bekannten Leistungslinie.

In der Leistungslinie finden sich vermehrt Nachkommen der ostdeutschen Linien, die grauen Schäferhunde. Sie sind leichter, ihr Rücken ist meist gerade und sie verfügen über mehr Trieb. Meist können sie alle VPG-Prüfungen mit gutem Ergebnis vorweisen. Dementsprechend werden sie vornehmlich als Diensthund geführt und gezüchtet.

 

Der ostdeutsche Schäferhund

 

Mit der Teilung Deutschlands in Ost und West ging auch eine Teilung der Hundezucht vonstatten. Keine Rasse ist dafür so bekannt wie der Deutsche Schäferhund. Während im Westen weiterhin nach dem typischen Schönheitsideal (schwarz-gelb, abfallender Rücken) gezüchtet wurde, waren im Osten vor allem dunkle Hunde mit den typischen Diensthundeigenschaften gefragt. So entwickelte sich im Laufe der Zeit auf jeder Seite seine eigene Form. Der abfallende Rücken, wenn auch nicht so ausgeprägt, ist jedoch auf Bildern von DDR-Hunden ab den späten Achtzigern ebenfalls zu sehen.

Nach der Wende wurden die beiden Linien wieder vereint, so dass heute kaum mehr reine DDR-Linien vorhanden sind. Die grauen Schäferhunde mit DDR-Ahnen sind heute vor allem in der Leistungshundezucht begehrt und zu finden. Außerdem werden die Grauen mittlerweile gezielt in der Hochzucht eingesetzt, um die Farbgebung und das Gebäude der Hunde zu verbessern, da der Ostdeutsche seit jeher als weniger anfällig für Hüftdysplasie (HD) gilt

Vereinzelt werden Stimmen laut, die Ostlinie des Schäferhundes rein zu halten und als eigene Rasse anzuerkennen, diese werden jedoch vom SV nicht unterstützt. So gibt es diverse Vereine zur Erhaltung des ostdeutschen Schäferhundes. Ob eine Umsetzung dieser Forderung überhaupt möglich wäre, ist fraglich, da der Genpool mittlerweile vermutlich zu gering ist.

 

Wolfseinkreuzungen

 

Zu Beginn der Reinzucht, als der stockhaarige Typ sich allmählich durchzusetzen begann, sollen einige Züchter versucht haben, dieses Ziel schneller zu erreichen, indem sie echte Wölfe mit Schäferhunden verpaarten, schreibt Hans Räber in seiner Enzyklopädie der Rassehunde. Von Stephanitz soll demnach angegeben haben, dass die Urgroßmutter des Zuchtrüden „Hektor von Wohlen“, die Hündin „Mores Plieningen“, einer Kreuzung von Wolf und Schäferhund entstamme. Er soll diese Aussage später dahingehend korrigiert haben, dass diese Einkreuzung auf den Rüden Hektor bezogen bereits sechs Generationen zurückliege.

Räber berichtet, dass A. Heim fest davon überzeugt war, dass zwischen 1870 und 1900 in Deutschland immer wieder Wölfe mit Schäferhunden gekreuzt worden sind. Angeblich soll damals das Gerücht, dass dies vor Staupe schütze, mit ein Grund dafür gewesen sein. Heim führte gegen 1920 die seiner Ansicht nach auffallende Wesensverschlechterung der Schäferhunde auf solche Kreuzungen zurück und empfahl Züchtern, alle Hunde mit Wolfseigenschaften von der Zucht fernzuhalten. Heims Aussagen gelten aber nicht als vollkommen verlässlich.

Räbers Meinung nach wurde vor allem deswegen vielen Hunden ein Wolfsanteil angedichtet, weil solche Hunde bei Liebhabern sehr begehrt waren. Von Hunderten solcher Mischlinge habe aber nie die Rede sein können. Zudem haben sowohl Berufschäfer (laut Aussage von R. Wolfsburger, Präsident des SC von 1933 bis 1936) als auch von Stephanitz (1902) selbst von einer gezielten Einkreuzung abgeraten, da die Hunde aus derartigen Verpaarungen ihrer Ansicht nach nicht zuverlässig seien.

Es wird als unwahrscheinlich angesehen, dass diese Experimente einen Einfluss auf den heutigen Deutschen Schäferhund gehabt haben könnten. Da die Nachkommen als ungeeignet angesehen wurden, ist es am wahrscheinlichsten, dass es keine Auswirkungen gegeben hat. Selbst im Falle einer Auswirkung auf die Zucht wird angenommen, dass diese nicht über die Angleichung an den Wolf im Aussehen hinausgegangen wäre.

 

Der Schäferhund als Zuchtgrundlage für weitere Hunderassen

 

Der Schäferhund bildet die Zuchtgrundlage für mehrere weitere auch FCI zugelassene Hunderassen. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Berger Blanc Suisse, der weiße Schäferhund, dessen nahe Verwandtschaft zum deutschen Schäferhund offensichtlich ist. Ferner entstanden aus Verpaarungen des Schäferhundes mit Wölfen der Tschechoslowakischer Wolfhund sowie der Saarloos-Wolfhund. Ziel beider Züchtungen war es, den deutschen Schäferhund zu verbessern, was allgemein als gescheitert gilt, da diese Hunde nur sehr begrenzt für den Einsatz als Gebrauchshunde geeignet sind.

Auch für die drei weiteren Wolfshybridrassen, den Lupo Italiano, den Kunming Wolfhund und den Timber Wolf-dog Shepherd, war der Schäferhund Zuchtgrundlage. Sie sind jedoch noch nicht von der FCI anerkannt.

Weiter wurde der Schäferhund in nicht von der FCI anerkannte Rassen wie den Tamaskan eingekreuzt.

 

Verwendung

 

Der ursprüngliche Verwendungszweck des deutschen Schäferhundes war der eines Herdengebrauchshund. Er übte sowohl Hüte- als auch Schutzfunktion für den Schäfer aus.

Grade in seiner ursprünglichen Funktion wird der Schäferhund heutzutage kaum mehr eingesetzt. Stattdessen ist er vor allem als Diensthund bei Militär, Zoll und Polizei tätig und stellt rund 90 Prozent der Diensthunde weltweit. Doch auch als Rettungshund ist er in sämtlichen Hilfsorganisationen vertreten. Der SV unterhält zudem ein eigenes Rettungshundewesen, welches der Internationalen Rettungshunde Organisation (IRO) angeschlossen ist. Als Lawinensuchhund ist der Schäferhund vor allem in den bayrischen Alpen tätig und hat den Bernhardiner dank seiner Leichtigkeit beim Durchstöbern der Schneemassen schon vor langer Zeit verdrängt. Er wird ebenso erfolgreich als Blindenführhund eingesetzt. Weltweit bleibt er bis heute ungeschlagen die beliebteste Gebrauchshunderasse.

Im Privaten Bereich kann der Schäferhund in jeder Sportart eingesetzt werden und sollte keinesfalls auf den VPG-Sport begrenzt werden. Er eignet sich gleichermaßen für Obedience als auch für Agility. Aufgrund seiner hervorragenden Riechleistungen kann er erfolgreich bei der Fährtenarbeit oder Mantrailing geführt werden. Um Skeletterkrankungen wie Hüftdysplasie zu vermeiden und nicht zu begünstigen, sollte ein Schäferhund jedoch nicht vor seinem ersten Lebensjahr vor sportliche Herausforderungen wie Agility, Radfahren etc. gestellt werden. Ferner sollte ein qualifizierter Tierarzt anhand einer Röntgenuntersuchung seine Zustimmung erteilen.

Neben all dieser Einsatzbereiche kann er natürlich auch als reiner Familienhund verwendet werden. Jedoch sollte er in jedem Fall durch eine Aufgabe oder einer gemeinsamen sportlichen Betätigung beschäftigt werden.

 

Rassetypische Erkrankungen

 

Die bekannteste Erkrankung des Deutschen Schäferhundes, die auch immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht wird, ist die Hüftdysplasie. Diese Erkrankung ist erstmals bei einem deutschen Schäferhund festgestellt worden. Die OFA-Datenbank listet 19,1 Prozent aller untersuchten Deutschen Schäferhunde als dysplastisch, wohingegen lediglich 3,7 Prozent mit "hervorragend" bewertet werden.

Als weitere Erkrankungen kommen vereinzelt Allergien sowie Ellbogendysplasie (ED) vor. Darüber hinaus kann auch das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und unter Umständen Taubheit, auftreten, sowie Pankreasinsuffizienz, Schäferhundpyodermie, Schäferhundkeratitis, degenerativer lumbosakraler Stenose und Herzvergrößerungen.

Um Erbkrankheiten wie Hüft- und Ellbogendysplasie zu verhindern, wurde im SV der Hüftdysplasie-Zuchtwert eingeführt. Dieser Zuchtwert eines Hundes gibt Aufschluss darüber, inwieweit er die Neigung zur Hüftdysplasie vererbt. In diesen Wert mit einbezogen werden die Werte der Großeltern, Eltern, Geschwister und Nachkommen des Zuchthundes. 100 ist hierbei der Durchschnittswert der Rasse. Die Werte der Hunde, die verpaart werden, dürfen zusammen nicht die 200 überschreiten. Meist werden niedrigere Werte angestrebt um den Gesamtdurchschnitt der Rasse zu senken. Um Ellbogendysplasie zu vermeiden, dürfen nur Hunde bis zum Ellbogendysplasie-Grad I zur Zucht eingesetzt werden.

 

Kritik an der Entwicklung der Rasse

 

Horand von Grafrath (ursprünglicher Name: Hector Linksrhein), der erste von von Stephanitz 1895 ins Zuchtbuch eingetragene Schäferhund, unterscheidet sich von der heutigen „Schaulinie“ Deutscher Schäferhund. Er war leichter und weniger muskulös.

Das Bild rechts zeigt etwas überzeichnet die Entwicklung der Rasse von circa 1900 bis heute. Der ursprüngliche Deutsche Schäferhund glich vom Körperbau mehr dem heutigen Malinois. Der Deutsche Schäferhund von heute ist größer und massiger, was zur Folge hat, dass er ein gutes Maß seiner Agilität und Wendigkeit einbüßen muss. Immer wieder für Diskussionen sorgt außerdem der abfallende Rücken, der aus Gründen eines umstrittenen Schönheitsideals angezüchtet wurde.

 

 

FCI-Standard Nr. 166
  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde
  • Mit Arbeitsprüfung
Ursprung:

Deutschland

Widerristhöhe:

Rüde: 60–65 cm

Hündin: 55–60 cm

Gewicht:

Rüde: 30–40 kg

Hündin: 22–32 kg

Varietäten:
  • Stockhaar
  • LangstockhaarÄnderung vom SV für 2010 beschlossen, bei der FCI eingereicht