<zurück

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund ist eine von der FCI (Nr.201, Gr.1, Sek.1) anerkannte italienische Hunderasse

 

 

 

Herkunft und Geschichte

 

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund stammt aus dem Landstrich zwischen der westlichen Toskana (Maremma) und den Abruzzen. Eine Kreuzung der Herdenhunde dieser beiden Landstriche hat zum Maremmano-Abruzzese wie wir ihn heute kennen geführt. Diese Rasse wird in ihrem Ursprungsland Italien heute noch genauso wie früher zum Hüten der Schafherden eingesetzt. Früher bestand ihre Aufgabe hauptsächlich darin, die Schafherde vor Wölfen, Bären oder anderen Angriffen zu schützen. Daher zählt er zu den Herdenschutzhunden.

 

Beschreibung

 

Großer (Hündinnen bis 68 cm und 40 kg, Rüden bis 73 cm und 45 kg), archaischer, kräftiger Hund, dabei niemals schwerfällig. Haarkleid lang, weiß, nicht gewellt. Andere Farben als weiß sind in den FCI Bestimmungen nicht gestattet,obwohl die Tönungen Elfenbein, Blassorange oder Zitrone toleriert werden, aber nur in beschränktem Masse. Bärenähnlicher Kopf mit dunklen mandelförmigen Augen und kleinen, dreieckigen, anliegenden Hängeohren. Lefzen, Nase, Lidränder und Krallen sind schwarz. Hals mit deutlicher Mähne.

 

Wesen

 

Das Verhalten des Hundes ist abhängig von seiner Sozialisation. Seiner Bestimmung gemäß wird ein Arbeitshund mit den Schafen aufgezogen und beschützt dann seine Herde. Man kann diese Fähigkeit auch für jede andere Tierart (z.B. Rinder, Pferde, Geflügel) nutzen. Ist der Hund auf den Menschen geprägt, verhält er sich gegenüber seiner Familie wie ein aufmerksamer Beschützer.

Vorsicht ist geboten, wenn der Hund seine eigentliche Aufgabe wahrnimmt, das Beschützen "seiner" (Schaf) Herde. Nähert sich zum Beispiel ein Wanderer wird sich der Hund, lautstark anschlagend, schützend vor die Herde stellen. Der Mensch sollte das als Warnung annehmen, denn der Hund wird seine Herde verteidigen, auch gegen einen vermeintlich bedrohenden Menschen. Ein Fremder sollte sich also tunlichst zurückziehen, nie würde der Hund dann angreifen, nie würde er seine Herde verlassen.

Herdenschutzhunde werden schon ganz jung auf Schafe geprägt, viel stärker als auf den Menschen; daher sehen sie die Schafe als ihre Familie an.

Der Hirte überließ den Schutz der Herde vollständig dem Hund, ohne selbst anwesend zu sein. Im Verlauf der Zuchtgeschichte war ein guter Zuchthund nur ein Arbeitshund, der in dieser Weise selbständig arbeitete. So entwickelte sich im Laufe der Zeit der äußerst eigenwillige Charakter dieser Hunde.

Seine angeborenen Verhaltensmuster sind stark ausgeprägt. Er ist sehr lehrhaft, dennoch wird er nie einen solchen unterwürfigen Gehorsam zeigen, wie z.B. ein Deutscher Schäferhund, da dies seinem Naturell widerspricht. Der Maremmano-Abruzzese wurde ja jahrhundertelang daraufhin selektiert, selbständig, also ohne Anweisungen des Menschen, zu arbeiten. Er reagiert wohl auf Zuruf, führt aber nicht immer das Kommando direkt aus.

 

Verbreitung

 

Der Maremmano-Abruzzese ist eine in Deutschland kaum verbreitete Rasse. In seinem Ursprungsland Italien ist er verhältnismäßig häufig anzutreffen, meist als reiner Arbeitshund mit den Schafherden der Toskana. Im Vergleich zu anderen Rassen ist die Zucht als Haushund nahezu nicht existent.

Seinem Ursprung entsprechend wird er heute auch in den USA, England, Australien und Spanien als Arbeitshund bei den Schafherden eingesetzt.

FCI-Standard Nr. 201
  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde
  • Ohne Arbeitsprüfung
Ursprung:

Italien

Alternative Namen:

Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese

Widerristhöhe:

Rüde: 65–73 cm
Hündin: 60–68 cm

Gewicht:

Rüde: 35–45 kg
Hündin: 30–40 kg