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Berger Blanc Suisse (Weißer Schweizer Schäferhund), ist eine von der FCI vorläufig angenommene Hunderasse mit FCI Standard Nr. 347.

Die Rasse ist seit 1. Januar 2003 von der FCI anerkannt.

 

 

Herkunft und Geschichtliches

 

Den Ursprung aller Schäferhund-Rassen bildeten die Arbeitshunde der Schäfer. Diese Hunde hatten oft die Farbe weiß, damit man sie in der Dunkelheit vom Raubwild unterscheiden konnte. Schäfer benötigen einen witterungsbeständigen, zuverlässig arbeitenden und belastbaren Hund. Durch die Selektion auf solche Merkmale entwickelten sich im Laufe der Zeit recht einheitlich veranlagte, gelehrige Herdengebrauchshunde.

 

Entwicklung in Europa

 

In den 1880er Jahren besaß Baron von Knigge den weißen Schäferhund „Greif“, der von dem Züchter Friedrich Sparwasser gekauft und mit der Hündin "Lotte" verpaart wurde. Aus dieser Verbindung stammte die Hündin "Lene", welche nun mit "Kastor" verpaart wurde, woraus dann am 1. Januar 1895 der Rüde "Hektor Linksrhein" fiel. Dieser Rüde wurde 1899 unter dem Namen "Horand von Grafrath" mit der Nummer SZ1 in das Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde eingetragen. "Horand" und dessen Wurfbruder "Luchs Sparwasser" wurden nun bevorzugt als Deckrüden eingesetzt, wobei unter ihren Nachkommen weiße Welpen auftraten, die ebenfalls in das Zuchtbuch eingetragen wurden. Bekannte Vertreter waren u. a. "Berno von der Seewiese" und "Hektor von Schwaben".

Im Jahre 1933 wurde die Farbe Weiß aus dem Rassenstandard des Deutschen Schäferhunds gestrichen. Von da an sollten weiße Welpen sofort nach der Geburt getötet werden, so dass weiße Schäferhunde in Europa selten wurden.

Einige weiße Schäferhunde wurden in die USA und nach Kanada exportiert und haben dort eine Zuchtbasis geschaffen, der letztendlich auch die heutige Population in Europa zu verdanken ist. In den Staaten entwickelte sich die Popularität der „neuen“ Rasse, die hier White German Shepherd genannt wurde und im AKC noch immer so genannt wird, rasant, während in den europäischen Zwischenkriegsjahren jene weißen Schäferhunde, die in Würfen Deutscher Schäferhunde fielen, mit der Begründung der „Fehlfarbe“ getötet wurden.

In den 1970er Jahren kam der Weiße Schäferhund nach Europa zurück, und zwar zunächst in die Schweiz. Agatha Burch brachte ihren 1966 geborenen Rüden „Lobo“ aus den USA in die Schweiz mit. Dieser Rüde kann als Stammvater der Rasse in der Schweiz angesehen werden. Aus Verbindungen mit diesem, in der Schweiz registrierten, Rüden, sowie weiteren Importhunden aus den USA und Kanada, wurden die Weißen Schäferhunde allmählich über ganz Europa verbreitet und unter sich weitergezüchtet. Die Hunde wurden seit Juni 1991 in der Schweiz als neue Rasse im Anhang des Schweizerischen Hundestammbuches (SHSB) geführt.

 

Internationale Anerkennung

 

Die Population der Weißen Schäferhunde besonders in Deutschland, der Schweiz, in Holland, Frankreich, Österreich und Schweden stieg nach 1991 stark an, und es wurde ein Versuch um Anerkennung als eigene Rasse durch die FCI gestartet. Aufgrund der Opposition des Vereins für Deutsche Schäferhunde, der im Weißen Schäferhund eine Fehlfarbe seiner eigenen Rasse sah, verzögerte sich die Anerkennung allerdings.

Im Jahr 2001 erklärte sich die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) dazu bereit, den für die internationale Anerkennung notwendigen Antrag an die FCI zu stellen. Dass die Schweiz das erste Land war, das acht voneinander unabhängige Linien nachweisen konnte, führte auch dazu, dass die Schweiz im Standard als Ursprungsland des Weißen Schäferhundes eingetragen ist und der Name mit „Berger Blanc Suisse“ festgesetzt wurde. Die vorläufige internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte auf den 1. Januar 2003.

 

Beschreibung

 

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein ebenso eleganter wie kräftig gebauter Familien- Begleit- und Gebrauchshund. Er ist mittelgroß, leicht gestreckt, gut bemuskelt, die Knochen trocken und das Gesamtgefüge fest. Die Widerristhöhe beträgt beim Rüden 60-65 cm, bei Hündinnen 55-60 cm. Der Kopf muss dem Körper angepasst und keilförmig sein, das Scherengebiß vollständig mit 42 Zähnen, die Stehohren gut angesetzt und von mittlerer Größe. Die Oberlinie verläuft vom Halsansatz über den hohen Widerrist und den geraden Rücken bis zur leicht abfallenden Kruppe. Der Rücken ist mäßig lang, fest, kräftig und gut bemuskelt. Sowohl Vor- als auch Hinterhand müssen gut bemuskelt und ausreichend gewinkelt sein, um ein raumgreifendes Gangwerk zu ermöglichen. Das Deckhaar kann stock- oder langstockhaarig sein, wobei ausreichend Unterwolle vorhanden sein muss.

Er muss vom Wesen her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, unbefangen und gutartig sein. Aggressivität ist ebenso abzulehnen wie Ängstlichkeit. Weiße Schäferhunde sind intelligent und lernwillig und daher für nahezu alle Hundesportarten geeignet. Sie sind problemlos, was die tägliche Pflege betrifft, aber anspruchsvoll im Hinblick auf die notwendige artgerechte Haltung und Beschäftigung, die ihnen geboten werden muss.

Je nach Ambitionen des Hundeführers und Veranlagung des Hundes kann die Ausbildung in Obedience, Fährtenarbeit, Schutz oder Agility etc. erfolgen. In Österreich gibt es viele Weiße Schäferhunde, die sich als ausgebildete Lawinenhunde bereits bestens bewährt haben.

 

Verwendung

 

Familien- und Begleithund mit ausgesprochener Kinderliebe, aufmerksamer Wächter, freudiger und gelehriger Arbeitshund, Schutz- und Gebrauchshund, Blindenführhund.

FCI-Standard Nr. 347 (vorläufig)
  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde
  • Ohne Arbeitsprüfung
Ursprung:

Schweiz

Alternative Namen:

Weißer Schäferhund, Weißer Schäfer

Widerristhöhe:

Rüden: 60–66 cm
Hündin: 55–61 cm

Gewicht:

Rüden: 30–40 kg
Hündin: 25–35 kg